svastha

Svastha ist im Ayurveda der Begriff für „Gesundheit“. Das bedeutet übersetzt „im Eigenen sein“. Hier stellt sich sogleich die Frage: Was ist mein „Eigenes“? Wer bin ich als Mensch mit einem Körper, mit Sinnesorganen, mit Bewusstsein und Verstand, Emotionen und Gefühlen usw.? Was macht mich als Person aus? Und was heißt es dann, in diesem Eigenen zu „sein“ – in weiterer Folge auch, wenn man die Einbettung in ein natürliches bzw. soziales Umfeld betrachtet?

Da sind demnach vielfältige Beziehungen in einem selbst und nach außen, die beachtet und reguliert werden sollten, um gesund zu bleiben. Unser Organismus und unsere Psyche schafft vieles fast von alleine, aber eben nicht alles! Somit bietet sich ein großes Feld zum Lernen, lebenslänglich – eine durchaus interessante Angelegenheit!

Ayurveda

Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunde und bedeutet „Wissen vom Leben“, oder genauer „Wissen von den Vorgängen in der Lebensspanne zwischen Geburt und Tod“. Ausführlicher definiert es Charaka um ca.300-200 v.Chr. erstmals schriftlich: „Ayurveda beschreibt, was wohltuend ist und was schädlich, was glück- und was schmerzbringend ist, was das Leben fördert und was es behindert und wie dies alles identifiziert wird.“

Obwohl dieser Text sehr alt ist – er basiert auf Samkhya, der als älteste Philosophie Indiens gilt -, werden in ihm Prinzipien genannt, die für die Erklärung der äußeren und inneren Natur des Menschen und für deren Gesunderhaltung auch heute noch gelten. Wer kennt nicht Bilder und Angebote von Ölmassagen,  ayurvedischen Gerichten und Kochbüchern, von Tees oder Gewürzen?

Yoga

Das aus dem Sanskrit, der altindischen Gelehrtensprache stammende Wort bedeutet „eine (intakte) Verbindung herstellen“. Ursprünglich bezog sich das einfach auf das Einspannen eines Zugtieres (Ochs oder Pferd) in ein Joch, damit es einen Wagen ziehen konnte.

Von solchen Bildern, die auch bei uns noch vor einigen Jahrzehnten  Realität waren, sind wir heute weit entfernt.

Was soll es denn mit heutigen Bildern von Yoga-Übenden zu tun haben, die an Anstrengung, enorme Beweglichkeit und Kraft denken lassen und vielleicht auch an einen starken Willen.

Dennoch wirft dieses Ochsenkarren-Bild heute noch Fragen auf: Was symbolisiert dieses Gespann? Was hat es mit dem Karren auf sich, mit dem Fuhrmann, den Zugtieren? Wer gibt die Richtung vor?…

Aus beiden Bildern können jedenfalls sehr nützliche Hinweise für ein gesundes Leben abgeleitet werden.

Lernen

Leben heißt von Beginn an Lernen. Das beginnt bereits im Mutterleib und endet erst mit dem Tod. Es ist eine Grundvoraussetzung des Lebens, um sich verändernden Bedingungen im Kleinen wie im Großen anpassen zu können. Wo Lernen zunächst eher beiläufig, auf einem „inneren Plan“ basierend erscheint, erweist es sich in der Folge immer mehr als von Absichten geleitet, die sowohl aus einem selbst als auch durch Anforderungen der Umwelt kommen – am deutlichsten vor allem durch öffentliche Einrichtungen. Hier können dann auch Lernbehinderungen zum Thema werden – in Schulen leider allzu oft unter Aspekten von Störungen für den „normalen“ Unterricht. Gegen das Lernen gerichtete Einstellungen können ein ganzes Leben anhalten: „Das habe ich noch nie können…“ „Das werde ich nie lernen…“ usw.

Auch Gesundheit will gelernt sein! Wobei sich die Auffassungen davon, was das bedeutet, je nach kulturellem Umfeld sich stark unterscheiden können. Sich gesund zu verhalten wird Kindern mehr oder weniger schon von Klein auf beigebracht. Doch bei näherer Betrachtung ist das oft nur ein Minimalprogramm. Zudem wird diese Erziehung zur Gesundheit fast ständig durch ungesundes Verhalten der Erwachsenen, ob direkt oder indirekt, unterlaufen. Die gesellschaftliche Bedeutung von Gesundheit ist allerdings in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen – ob vom vom Gesundheitsweisen oder von Anbietern „gesunder“ Produkte oder Dienstleistungen – wird einem nahegelegt, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Hier zeigt sich ein Lernbereich, in dem man leicht den Überblick verlieren kann!

…mit Herzlichkeit

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems mit über einem Drittel die mit Abstand häufigste Todesursache in der EU dar.

Das Herz taucht im Sprachgebrauch immer wieder auf:  in den „herzlichen Grüßen“, wenn etwas „von Herzen“ kommt oder „mitten ins Herz“ trifft, wenn sich jemand etwas „zu Herzen“ animmt, andere sind „herzlos“ usw.  Gedicht und Lieder aller Art sind voll davon.

Als Zentrum des Gefühlserlebens kann das Herz demnach als weit, leicht, warm oder kalt und hart empfunden werden (letzteres wohl nur bei anderen…).

Die Neurowissenschaft entdeckte in den letzten Jahrzehnten immer mehr Zusammenhänge zwischen psychischen und körperlichen Vorgängen einerseits und der Tätigkeit von Herz und Gehirn andererseits. Interessant ist dabei unter anderem die Entdeckung, dass Gehirnzellen auch im Herz vorhanden sind!

Es ist also naheliegend, sich der Tätigkeit des Herzens nicht nur hinsichtlich körperlicher Aktivitäten aktiv zu widmen. Neben dem allgemein empfohlenen Herz-Kreislauftraining geht es dabei nämlich um die Beeinflussung des Herzens durch Atmung und Bewusstsein. „Herzkohärenz“ schaffen lautet dazu das Stichwort.